
Electronic Arts erhielt eine fragwürdige Auszeichnung. Das Unternehmen wurde von mehr als 250.000 US-Konsumenten zum „schlimmsten Unternehmen der USA“ gewählt.
(05.04.2012, 16:30) Mehr als 250.000 US-Konsumenten haben an der Wahl zur „Worst Company of America“ teilgenommen und einen Sieger gekürt: Electronic Arts ist das schlimmste Unternehmen der USA. Der Konzern der Spielebranche erlangte mit diesem Titel die dazugehörige Trophäe „Golden Poo“. Auf Platz zwei fand sich die Bank of America (BofA).
Durchgeführt wurde die Wahl von dem Verbraucherschutz-Blog „The Consumerist“, der mit „Stiftung Warentest“ hierzulande verglichen werden kann. Jedes Jahr lässt der Blog Verbraucher über die schlimmsten Unternehmen der USA abstimmen. Die Wahl durchläuft dabei mehrere Durchgänge. Bei der letzten Runde wurde zwischen den beiden Finalisten abgestimmt, wobei EA die Bank of America mit 64 Prozent Vorsprung schlagen konnte.
Voriges Jahr ging der Titel wenig überraschend an BP, die sich für den Umgang mit dem Ölunglück vor der US-Küste veratworten musste. Den Sieg von EA erklärt sich „The Consumerist“ folgendermaßen: "Nun, nachdem sie jahrelang ignoriert und in die Holzklasse verbannt wurden, haben Gamer abgestimmt und Electronic Arts sowie dem Gaming-Business als Ganzem eine Nachricht überbracht: 'Hört auf, eure Kunden wie Dreck zu behandeln."
EA wird vor allem Gier und unbändiges Gewinnstreben vorgeworfen. Bei dem Spiel Mass Effect 3 etwa zeigte sich die geschickten Verkaufsstrategien des Unternehmens. Ein wichtiger Teil des Spieles wurde dabei nämlich einfach herausgeschnitten und entweder über eine teure Sammler-Edition oder als seperate Downloaderweiterung verkauft.
Auch der EA Onlinedients Origin wurde laufend kritisiert. Spieler wurde der Zugang zu bereits gekauften Spielen verwehrt, weil sie sich im EA-Forum nicht angemessen verhalten haben und auch von Spyware war häufig die Rede. Vor allem auch der Zwang, mit dem Kauf von PC-Spielen, Origin nutzen zu müssen, wurde nicht selten beanstandet. Auch die bei vielen Spieltiteln vorgesehene zeitliche Exklusivität nervt Gamer, da die Spiele von anderen Diensten erst viel später, wenn überhaupt, angeboten werden dürfen.
Bei EA kam es in den letzten Jahren zudem zu wenigen Innovationen, weshalb das Unternehmen sich den Ruf eingehandelt hat, lediglich am Geld der Kunden interessiert zu sein und stets am Altbewährten festzuhalten.
Die Meinungen über die Auszeichnung EAs als schlimmtes Unternehmen Amerikas gehen aber auseinander. "Die Miseren der Spieleindustrie lassen sich einfach nicht mit den Aktionen der BofA vergleichen, die dazu führten, dass Leute im wahrsten Sinne des Wortes ihre Häuser und Ersparnisse verloren haben... EA wird weithin verabscheut, und sie haben diese Reputation selbst zu verantworten, aber sie werden aus Gründen verabscheut, die im Grunde im Vergleich zu den großen Pfandbriefbanken und Banken verblassen, die in die Immobilienkrise und den Finanzkollaps involviert sind", war etwa im Wirtschaftsmagazin Forbes zu lesen.
Quelle: Telekom-presse.at